Ein Kulturschaffender aus unserem Outback den ich posthum vorstellen möchte:
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![]() ![]() Darf ich posthum vorstellen: Die Maler und Fotografen Dynastie der Familie Tellgmann Sie brachten die Fotografie ins Outback ![]() Diese beiden fröhlichen Herren sind Franz und Oskar Tellgmann, Söhne von Ferdinand Tellgmann, der 1811 in Bischhausen geboren wurde. ![]() Nach einer gediegenen Ausbildung zum Portrait Maler an der Kurfürstlichen Kunstakademie in Kassel, entdeckte Ferdinand die Daguerreotypie, einer frühen Form der Fotografie zum Erstellen von Lichtbildern. Er schloss sich dem Kasseler Fotopionier Moses J. Landauer an und erlernte die Geheimnisse des neuen und zugleich erstaunlichen Mediums. Als Ferdinand Tellgmann am 8. April 1897 starb, nachdem er 1891 noch die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Gründungsjubiläum seiner Firma miterleben durfte, hatte Ferdinand Tellgmann eine regelrechte „Dynastie“ mit zehn Fotografen begründet (Söhne, Enkel, Schwäger und Neffen). Auch der dritte Sohn, Oscar, stieg in das florierende Geschäft ein, indem er zunächst die Filiale seines Bruders in Eschwege leitete und diese 1883 ganz übernahm. Weitere Zweigstellen konnten später in den Orten Bad Sooden, Nordhausen, Kassel und Bad Hersfeld etabliert werden. Eine kleine Auswahl aus einem riesigen Fotoschatz: ![]() Klick Bild zur Vergrößerung Bis zum Ersten Weltkrieg gab es neben den Tellgmann-Brüdern lediglich zwei weitere offizielle "Militärfotografen". Die Fotos kaiserlicher Manöver und Paraden, die Oscar Tellgmann seit den 1880er Jahren aufnahm, fanden massenhaft Absatz, oft in Form von Alben oder in Zeitschriften. ![]() Klick Bild zur Vergrößerung Die Eschweger Firma gehörte zu den Gründungsmitgliedern des 1910 sich formierenden "Verbandes deutscher Illustrations-Photographen". 1934 übernahm sein Sohn Gustav den Betrieb und führte ihn bis 1954. Die Militärfotografie (unter anderem Manöverübungen der Reichswehr bzw. später der Wehrmacht) gab er jedoch 1937 auf. Sein Nachfolger, der Mitarbeiter Otto Felmeden, behielt den Namen Tellgmann noch geraume Zeit bei. Oscar Tellgmann starb 1936. Gustav lebte bis 1973. Im Stadtmuseum Eschwege ist das Atelier der Tellgmanns im Original zu betrachten: ![]() Bild Tourist Info Eschwege Bilder und Textpassagen stammen zum Teil aus dem Eichsfeld Archiv: https://eichsfeld-archiv.de/person/Ferdinand_Tellgmann Bilder aus dem Bundesarchiv, Wikipedia - und anderen - alle gemeinfrei © CCC |
Teil 2 Was macht "Eingeborene" aus ? Völker oder Volkstämme werden normalerweise als "indigen" bezeichnet, wenn sie Traditionen oder andere Aspekte einer frühen Kultur pflegen, die mit den ersten Bewohnern einer bestimmten Region verbunden sind. Wir kennen diesen Begriff von den " indigenous people " Australiens oder Nordamerikas, den 1. Nations oder Aborigenies (ab origine - von Anfang an). Dass sich "Einheimische", also Menschen die hier geboren wurden, als indigen bezeichnen, ist eher ein Hinweis auf ihre Einstellung zu Traditionen, als genealogisch, also von der Abstammung her, begründet. So kleideten sich die Menschen in Nordhessen um 1800. ![]() Klick Bild zur Vergrößerung Alle Bilder aus Merian "Nordhessen" von 1953 Fotos von H.Retzlaff, E.Müller, H.Wagner © gemeinfrei Was heute krampfhaft und normierend anmutet, war die Mode unserer "betuchten" Vorfahren. Arme Leute sahen dann auch schon mal so aus: ![]() ![]() Foto um 1900 Oscar Tellgmann Auf der untersten sozialen Stufe stand der „Sutten-Henner“, der vor der Kanalisierung von Eschwege regelmässig in die Häuser kam und die Senkgruben der Klosetts ausschöpfte. Sutte war der Dialekt Ausdruck für Jauche. Als der Photograf, Oscar Tellgmann, dieses Bild heimlich machte und Henner das bemerkte, wurde er sehr ungehalten, er fühlte sich verhöhnt. Er trug die Eimer an einem Kummetholz auf seinen Schultern und brachte sie in die Gärten der Stadt. Der Tagelohn für Kenner betrug eine Mark und Fünfzig. Dazu kam ein Mittagessen und 1/2 Liter Schnaps, der in kleinen Flaschen über Tag verabreicht wurden. Infos aus "Zu Kaisers Zeiten", Herbig Verlag Gibt es eigentlich in Meissner und Umgebung noch Trachten? Demnächst mehr... Teil 1 erschien in Buzz No.179 |